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Sex and Drugs and Politics

oder – Weshalb Comichefte 1955 zensiert werden mussten

Das Ende der 1930er-Jahre erfundene Medium des Comicheftes war immer ein Ventil für exotische Fantasien und unterdrückte Sehnsüchte. Verleger, Autoren und Zeichner experimentierten freizügig und ungehindert mit Rollenbildern und Genremustern.

Mitte der 1940er-JahrTillmann Courth bei der KittyCon 2017e loten „crime comics“ die Schattenseiten der US-Gesellschaft aus. Die bunten Billigheftchen zeigen Gewalt, Besitzgier, Drogensucht in drastischer Weise. Kurz darauf erweitern Horrorcomics das Spektrum um verstörende Abartigkeiten – und Jahre vor dem militärischen Eingreifen in Vietnam geißeln Comics die Sinnlosigkeit eines jeden Krieges.

All diese Geschichten pflanzen ihren Lesern Bilder und Konzepte in die Köpfe, die diametral dem sauberen und pflichtbewussten „American Way of Life“ widersprechen. Die Saat der Subversion geht auf und lässt die Jugend (mit dem zeitgleich aufkommenden Rock’n’Roll) rebellisch werden.
Comics werden zum Sündenbock gestempelt und mit einer heftigen Selbstzensur belegt, die die beliebten Heftchen auf Jahre hinaus zu harmlosem Kinderkram verwässern.

Comic-Historiker Tillmann Courth präsentiert einen Lichtbildvortrag über krasse Kriminalgeschichten, schrille Schauermärchen und hochaktuelle Anti-Rassismus-Aufrufe.

Tillmann Courth
www.tillmanncourth.de