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Fremde Welten und außerirdische Lebensformen

Ute Raasch lebt ihre Weltraumphantasien auf gedruckten Seiten

Ute Raasch bei der KittyCon 2017Schon seit ihrer Jugendzeit interessieren Ute die Geschichten von fremden Welten und außerirdischen Lebensformen. Vor ein paar Jahren begann sie dann, ihre eigenen Weltraumphantasien in Worte zu fassen.
Im Debütroman „Topaz, die Handori“ stellt Ute ihre Heldin vom Planeten Handor und deren Geschichte vor. Neue Abenteuer dieser starken jungen Frau und ihrer Freunde von der Pioneer fanden alsbald in „Topaz und die Amalaner“ ihren Weg zu den Lesern. Kaum war dieser zweite Roman fertiggestellt, entstanden in Utes Geist neue Protagonisten und deren Geschichten. „Die Rückkehr der Vako“ entführt den geneigten Leser zu einer Kriminalstory auf die Erde des 24. Jahrhunderts. Mystisch geht es hingegen zu in „Das Geheimnis von Antakana“.
Gerade im Entstehen: der dritte Roman der Topaz-Reihe, von dem es auf der KittyCon eine Kostprobe zu hören gibt.

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Auszug aus dem SciFi-Roman „Das Geheimnis von Antakana“
Ute Raasch - Das Geheimnis von Antakana Schnell waren Verpflegung und Ausrüstung für mehrere Tage zusammengepackt und verladen. Der unterirdische Fluss, der den See der Stadt speiste, floss nicht weit von dieser überirdisch. An ihm wollten sie entlangfahren bis zu dem Wald, der dem Gebirge vorgelagert war. Sie durchquerten ohne Probleme die Ebene und erreichten Stunden später den Waldrand. Dort stellten sie ihr Fahrzeug ab und betraten den Forst. Wieder einmal wurden sie von orangefarbenem Licht umfangen. Nachdem sich ihre Augen daran gewöhnt hatten, tat sich neuerlich eine Zauberwelt vor ihnen auf. Zarte, in allen Regenbogenfarben schillernde Insekten umschwirrten sie und über ihren Köpfen erklang das vertraute Konzert der Baumbewohner. Auch hier wiesen die Bäume eine stattliche Größe auf, sodass man ihre Kronen nicht ausmachen konnte. „Seht nur!“, entfuhr es Benson und er wies dabei mit dem Finger auf einen Busch. Unter diesem hatten sich mehrere Aiwaran zusammengerollt und beobachteten die Gruppe mit erhobenen Häuptern. Eine sanfte Brise erhob sich und durch das Rascheln der Blätter erklang ein leiser Singsang: „Sie ist erwacht. Nun sind sie wieder vereint.“ Aditi ging zu dem Busch, unter dem die Schlangen lagen, ließ sich davor auf die Knie sinken und breitete die Arme aus. Eine Aiwaran brachte ihren Kopf auf Augenhöhe der Antakanerin und so blickten sich die beiden eine ganze Weile schweigend an. Als die Schlange sich aufrichtete, machte Benson Anstalten einzugreifen, aber Summer legte dem Arzt eine Hand auf die Schulter und raunte: „Ihr wird nichts geschehen, Doc.“ Minuten später stand Aditi auf und kehrte zu ihren Freunden zurück.
„Die Seelen der Verstorbenen warten schon so lange im Zwischenreich auf ihre Wiedergeburt.“
„Ich verstehe nicht, was heißt das bitte?“, fragte Fields.
„Antakaner werden fünfmal wiedergeboren, bevor sie ihren Platz im Asharan einnehmen dürfen. Wenn die Seele eine sterbliche Hülle verlässt, verweilt sie bis zur Wiedergeburt oder bis zum Übergang in den Asharan im Zwischenreich. Schon lange ist auf Antakana keine sterbliche Hülle mehr für eine der Seelen geboren worden. Und ebenso lange ist es her, dass die anderen Seelen in den Asharan gegangen sind.“
„Und das alles haben Sie von dieser Schlange erfahren?“, fragte Berger, einer der beiden Soldaten, erstaunt.
Die Antakanerin nickte und erklärte dann: „Die Aiwaran haben die Fähigkeit, mit uns in Verbindung zu treten. Allerdings nur mit den Lebenden. Nach unserem Tod reißt diese Verbindung ab. Die Aiwaran glauben, dass uns die Seelen der Verstorbenen etwas mitteilen wollen.“
„Wenn dem so ist, verstehe ich allerdings nicht, was sie uns sagen wollen“, meinte Kavan.
„Ich auch nicht“, gestand Aditi.
Sie gingen weiter und eine ganze Weile noch erklang der Singsang, bevor er schließlich erstarb. Einige Stunden später erreichten sie den Waldrand und das Gebirge lag nun zum Greifen nahe. Überall standen hier abgestorbene Überreste der Baumriesen. Sie legten eine Rast ein und rüsteten sich gerade zum Weitergehen, als plötzlich der Strahl einer Waffe haarscharf an Benson vorbeischoss. Rasch ließen sich alle fallen und krochen hinter einen Baumstumpf, der ihnen allerdings nur notdürftig Schutz bot. „Hier liegen wir wie auf dem Präsentierteller! Wir müssen verschwinden!“, flüsterte Summer. Er sah sich hastig um, ohne allerdings ein Versteck entdecken zu können. Den Schützen vermochte er aber auch nicht auszumachen. Aditi hatte sich ebenfalls umgesehen. Keine zwei Meter von ihnen entfernt stand ein anderer der abgestorbenen Urwaldriesen, in dessen Stamm allerdings ein großes Loch klaffte. Aditi flüsterte: „Dort hinüber in die Baumhöhle. Ich werde dafür sorgen, dass uns niemand entdeckt.“ Verwirrt blickten alle die Antakanerin an und diese setzte noch hinzu: „Bitte vertrauen Sie mir. Ich kann es jetzt nicht erklären, das würde zu viel Zeit kosten.“ Diese Aussage veranlasste alle dazu, in gebückter Haltung zu dem ausgehöhlten Baum zu schleichen. Die gesamte Gruppe fand darin Platz, auch wenn es etwas eng war und sie zusammenrücken mussten. Aditi beschrieb mit beiden Händen eine Art Halbkreis in der Luft. Augenblicklich verschwamm die Landschaft außerhalb des Baumstumpfes. Es war geradezu, als hätte sich eine Milchglasscheibe vor ihre Augen geschoben. „Von außen hat jetzt jeder den Eindruck, als sei dieser Baumstamm noch intakt!“, wisperte die Antakanerin zur Erklärung.
Und dann kamen sie! Erst schob sich ein Angreifer in ihr Blickfeld, dann noch ein zweiter und dann ein ganzer Pulk. Vorsichtig und nach allen Seiten sichernd durchstreiften sie das Gelände. Während er aus ihrem Versteck heraus die Fremden beobachtete, schoss es Summer plötzlich durch den Kopf: „Wuldars!“ Jetzt konnten sie ihre Erkundung des Gebirges vergessen! Gleich darauf fragte er sich, woher er das nun schon wieder wusste. Die Wuldars waren jetzt bis auf wenige Meter herangekommen. Einer blieb genau vor dem Baumstumpf stehen, in dem die Gruppe ausharrte.